Korea

Land der Morgenfrische

Die Nationalflagge
Die Nationalflagge von Korea, Taegukki, ist seit 1882 offiziell anerkannt und stellt den Wunsch des koreanischen Volkes in Harmonie mit dem Universum zu leben dar. Sie besteht aus 3 Hauptteilen - dem weissen Hintergrund, dem Kreis in der Mitte der halb Rot und halb Blau gefärbt ist und den 4 Trigrammen die den Kreis umgeben und die diagonal zueinander in den Ecken liegen.
Der Kreis in der Mitte wird Taeguk genannt und symbolisiert die beiden Kräfte des Universums die zusammen betrachtet eine Einheit bilden (z.B. gut - böse; Tag - Nacht; Feuer - Wasser). Die blaue Fläche wird "Um" genannt und steht für alles negative. Die rote Fläche wird "Yang" genannt und symbolisiert alles positive. "Um &Yang" ist das koreanische äquivalent für das "Yin &Yang" Symbol.
Die 4 schwarzen Trigramme stammen aus dem chinesischen Buch "I Ching" und sind gleichfalls Symbole für Gegensätze und Balance. Jedes Trigramm "Gye" besteht aus drei parallelen Linien die zum Teil in der Mitte unterbrochen sind. Jedes Gye steht für ein oder mehrere Prinzipien. Das Gye links oben, Kun, steht für Himmel, Osten oder Frühling. Das Gye rechts oben, Kam, steht für Wasser, Norden oder Winter. Das Gye links unten, I, steht für Feuer, Süden oder Herbst. Das Gye rechts unten, Kon, steht für Erde, Westen oder Sommer.

Der weisse Hintergrund steht für die Reinheit und Friedfertigkeit des koreanischen Volkes.
Die Nationalblume

Die koreanische Nationalblume ist Mugunghwa, die Hibiskusblüte. Jedes Jahr vom Juli bis zum Oktober blüht der Hibiskus im ganzen Land. Im Gegensatz zu anderen Blumen ist der Hibiskus äußerst beständig gegen Schädlinge. Die symbolische Bedeutung stammt von der Wurzel, denn Mugung bedeutet Unsterblichkeit. In diesem Sinne verkörpert die Blume die lange koreanische Geschichte und die Entschlossenheit und das Durchhaltevermögen des koreanischen Volkes.
Die Geschichte Koreas wird sehr häufig mit dem Jahr 2333 v. Chr. begonnen. In jenem Jahr gründete Tan-Gun, nach einer Legende der Sohn des Gottes Hwanung und aus einer aus einem Bär entstandener Frau, das erste Königreich Choson. Natürlich ist diese Entstehungsform unter Wissenschaftlern sehr umstritten. Bekannt ist, dass es in dem Gebiet viele Stammesverbände gegeben hat, die sich ständig neu fanden und sich auch wieder trennten. Bis sich im 1. Jahrhundert vor Chr. 3 Königreiche herauskristallisierten: Koguryo (37 v. Chr. - 668 n. Chr.), Paekche (18 v. Chr. - 660 n. Chr.) und Shilla (57 v. Chr. - 935 n. Chr.).
Das Königreich Koguryo (37 v. Chr. - 668 n. Chr.) konnte sich als erstes entwickeln auf Kosten der benachbarten Stammesverbände und siedelte sich am mittleren Lauf des Flusses Amnokgang an. 313 v. Chr. gelang es ihnen die Chinesen aus Nangnang zu vertreiben und ihr Reich bis tief in die Mandschurei auszudehnen.
Eine Gruppe von Flüchtlingen aus Koguryo gründete südlich des Flusses Hangang, in der Nähe des heutigen Seoul, das Königreich Paekche (18 v. Chr. - 660 n. Chr.). Um der offensichtlichen Bedrohung des mächtigen Koguryo Reiches entgegenzuwirken, zogen sie weiter nach Süden, um bis zum 4. Jahrhundert den ganzen Südwesten zu beherrschen.
Das Königreich Shilla (57 v. Chr. - 935 n. Chr.) war zunächst das schwächste Reich. Dank eines ausgeprägten Klassenbewusstseins und der starken Förderung des Buddhismus wurde es, auch dank der Hwarang (Blume des jugendlichen Kampfgeistes), sehr mächtig, so dass es im Laufe der Zeit die Königreiche Paekche und Koguryo unterwarf. Wobei nach Norden abgedrängte Koguryo Krieger das Parhae Reich gründeten (698 n. Chr.). Das Königreich Shilla erlebte seine Blütezeit in der Mitte des 8. Jahrhunderts und zerfiel danach wieder langsam, so das sich König des shilla Reiches gezwungen war seine Macht 935 an das neu gegründete Königreich Koryo abzugeben.

Das Königreich Koryo (918 - 1392) wurde von einem Rebellenführer gegründet, der früher einmal für einen Prinzen des Shilla - Reiches gedient hatte. Von dem Namen Koryo leitet sich auch das heutige Wort Korea ab. Politisch wollte das Koryo -Reich das verloren gegangene Territorium im Norden zurückgewinnen, was aber nie gelang. Auf kultureller Ebene dagegen wurde erstaunliches vollbracht. Zum Beispiel das Koryo-Celaden Porzellan erreichte mit seiner geheimnisvoll grün glänzenden Glasur weltruhm. Nicht weniger bedeutsam war die Erfindung der ersten beweglichen Metall-Lettern im Jahre 1234, zwei Jahrhunderte vor Gutenberg.

Mit Beginn des Königreich Choson (1392 - 1910), im Westen eher bekannt unter dem Namen Yi-Dynastie, wurde der Konfuzianismus in Korea eingeführt. Man wollte den zu stark gewordenen Einfluss des Buddhismus brechen und an seine Reichtümer ran. Die Choson Herrscher waren in ihrer ausgeglichenen Regierungsform sehr fortschrittlich. Unter dem vierten Choson-Monarchen erlebte Korea eine bis dahin noch nie dagewesene kulturelle Blütezeit. König Sejong beauftragte Gelehrte damit ein Alphabet auszuarbeiten, das sogenannte Hangul. Ende des 16. Jahrhunderts begann ein 7 Jahre dauernder Krieg mit Japan, weil der Hof von Choson dem Japanischen Heer unter Toyotomi Hideyoshi den Durchmarsch nach China verwehrt wurde. 1598 endete dieser Krieg nachdem sich die zahlenmässig überlegene Armee der Japaner sowohl zu See, durch Admiral Yi Sun-Shin, als auch zu Lande nach verlustreichen Kämpfen, unter Verlust von T. Hideyoshi, zurückzog. Danach blieb Korea auch im 19. Jahrhundert ein verschlossenes Reich, welches sich westlichen Forderungen nach diplomatischen und Handelsbeziehungen verweigerte.

1910 nutzte Japan dieses Machtvakuum aus und annektierte Korea, was das Ende des Choson-Reiches bedeutete. Das Hauptinteresse des japanischen Generalgouverments bestand in der wirtschaftlichen Ausbeutung Koreas. Dieses führte zu einem immer stärker werdenden Nationalgefühl der Koreaner, welches 1919 zu einer blutig niedergeschlagenen Protestbewegung führte. Im Anschluss daran wurde in Shanghai eine provisorische Regierung gegründet und der bewaffnete Kampf gegen die japanischen Kolonialherren organisiert. Mit grosser Freude und Erleichterung wurde die japanische Niederlage im zweiten Weltkrieg zur Kenntnis genommen. Diese führte aber auch dazu, dass das Land praktisch in zwei Hälften geteilt wurde, die ideologisch einmal der westlichen Welt (USA) und einmal der kommunistischen Welt (Sowjetunion) angelehnt waren. Im November 1947 verabschiedete die UN-Vollversammlung freie Wahlen unter Aufsicht der UN durchzuführen, welche aber durch die Sowjetunion nicht anerkannt wurden, so dass die Wahlen nur im für die UNO zugänglichen Gebiet im Süden durchgeführt wurde. Am 10. Mai 1948 wurden, südlich des 38. Breitengrades, die ersten freien Wahlen abgehalten, während sich im Norden ein kommunistisches Regime etablierte. Am 25. Juni 1950 fiel der Norden, ohne Provokation des Süden, auf breiter Front in den Süden ein und überzog das Land mit einem drei Jahre dauernden Krieg. Im Juli 1953 wurde nach langem Kampf, der das ganze Land verwüstet hatte, ein Waffenstillstand unterzeichnet, der heute noch gültig ist, es gibt bis heute keinen Friedensvertrag. Seitdem haben sich beide Länder ziemlich unterschiedlich entwickelt. Dennoch bleibt die Wiedervereinigung der ersehnte Wunsch der Koreaner.

Die koreanische Nationalhymne
Die Koreanische Nationalhymne heisst "Aeguk Ka", was soviel wie liebe das Land bedeutet.
Sie wurde während der japanischen Okkupation (ca. 1905 - 1945) geschrieben und später vertont.
koreanisch:
1.Strophe:
Dong Hae Mul Gwa Paek Tu San I ´ Ma Rú Go Dal T´o Rok
Ha Nú Nim I Bo U - Ha Sa ´ U Ri Na Ra Man Se
Refrain:
Mu - Gung Hwa Sam - Ch´ól Li ´ Hwaryó Gang - San
Dae Han Sa Ram Dae Han - Ú Ro Ki Ri Bo Chó Ha Se.
deutsch:
1.Strophe:
Bis das Meer des Ostens ausdörrt und der Paektusan-Berg
abgetragen ist, möge Gott Korea schützen.
Refrain:
Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen
und herrlichen Bergen, auf denen die Sharonrose blüht.
2.Strophe:
Wie die wetterfeste Kiefer auf dem Namsang-Berg,
wie die unveränderbare Stimme des Windes so sei unser Wesen, fest und unbeugsam.
Refrain:
Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen
und herrlichen Bergen, auf denen die Sharonrose blüht.
3.Strophe:
Wir bleiben dem Himmel treu wie die Unendlichkeit, wie die Reinheit und Weite des
Herbsthimmels, wie der klare Schein des Mondes.
Refrain:
Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen
und herrlichen Bergen, auf denen die Sharonrose blüht.
4.Strophe:
Mit diesem Wesen und ergebenem Herzen wollen wir unser Vaterland
lieben in der Not ebenso wie in Zeiten des Glücks.
Refrain:
Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen
und herrlichen Bergen, auf denen die Sharonrose blüht.

Und hier noch einige Anmerkungen von mir über meinen Aufenthalt 1998 in Korea.
In Korea / Süd sind Land und Leute ganz anders als in China. Es ist ein Unterschied, wie Tag und Nacht. Die Leute dort sind aufgeweckter und sehr freundlich. Sie wollen zwar auch dein Geld, aber im Gegensatz zu China geben die Koreaner im Training mit dir alles, was Sie zu bieten haben. Sie laden Dich sogar zu sich nach Hause ein. Man hat einfach das Gefühl, dass man zu einer großen Familie gehört. Die Vegetation ist etwa wie die hier in Deutschland. Es stehen nur mehr Ginkgobäume und Hibiskussträucher als hier. Der Hibiskus ( Mugunghwa) ist ja auch die Nationalblume Koreas. In Korea gibt es alle Kampfkunstarten, welche es auf der Welt überhaupt gibt. Auch das Shaolin Kung - Fu in der gleichen Form wie im Tempel. Ich hätte in Korea bleiben sollen und dort Shaolin lernen sollen. Aber aus Fehlern lernt man. Die Menschen in Korea sind sehr gebildet. Sie laufen alle in ganz feinen Anzügen rum, fast wie hier ein Manager. Selten sieht man Koreaner in Ihrer nationalen Tracht. Ich habe mir 2 Trachten gekauft und bin in dieser Tracht auf die Straße gegangen. Du hättest sehen sollen, wie die Koreaner geschaut haben. Sie haben sich ganz tief vor mir verbeugt. Ein absoluter Wahnsinn kann ich dir nur sagen. Das Schulsystem ist das gleiche wie in Amerika, sie haben es von dort übernommen.

In Punkto Sauberkeit kann sogar ein Deutscher noch lernen. Die Sprache koreanisch ist auch sehr einfach zu erlernen. Denn die Koreaner haben sich dafür etwas besonderes einfallen lassen. Sie haben die Phonetik und Schrift der Chinesen mit der der Europäer kombiniert. Kein Wunder, denn die Koreaner sind ja laut Geschichte ein Mischvolk, so zum Beispiel türkischer, ungarischer und chinesischer Herkunft. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass sich die Finnen und die Ungarn sehr gut mit den Koreanern verständigen können, ohne deren Sprache zu beherrschen. Ist schon komisch, oder? Wie auch immer, ich liebe Korea, das Land und die Leute dermaßen, dass ich sogar bereit wäre, dort heimisch zu werden. Ich lehre außer dem Shaolin Stil noch das Koreanische Tae - Kwon - Do und Hap - Ki Do. Beides hat den gleichen Ursprung, aber Tae - Kwon Do hat sich 1973 als eigenständige Wettkampfform etabliert und ist sogar heute Olympische Disziplin, wobei es im Hap - Ki - Do keine Wettkämpfe gibt. Man mißt sich nicht in Konkurrenz sondern man ist eins mit dem Schüler.

Als unser Demoteam bei den Weltmeisterschaften 1998 in Seoul/ Korea in der Olympiahalle, unser Können gezeigt hat, ist das koreanische Publikum (ca. 7200 an der Zahl) aufgestanden und hat gejubelt. Dies war für uns alle sehr bewegend. Der koreanische Präsident hat uns persönlich gratuliert und die jeweilige Medaille überreicht.
mit freundlicher Unterstützung:

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